Laurent Schmid
Ausstellung vom 17.6. - 16.7.2000 shockwave-Game
*1960, lebt und arbeitet in Bern
S.B. - AFTER HER HUSBAND

Was denn zeigen Pressefotos von Politikern? Reine Fakten (X hat Y in Z getroffen)? Das demonstrative Spiel der Mienen (X ist zufrieden mit dem Ausgang der Verhandlungen und zeigt dies durch ein Lächeln)? Oder bieten sich diese Gesichter auch unserer freien Lektüre dar? Laurent Schmid hat diese Augen rot gelesen wie lesen wir das Rot von Laurent Schmid?

Samuel Herzog

Laurent Schmid, o.T. aus der Serie "REPROM", C-Print, 30 x 48 cm .
REPROM

Die Ausstellung von Laurent Schmid in der Galerie Brandstetter & Wyss wird zur Hauptsache von einer grösseren Serie von Portraits bestimmt werden.
Diese Fotoserie, die in grünen Farbtönen gehalten ist, basiert wie Laurent Schmids früheren Arbeiten auf vorgefundenem Pressematerial, das oft bereits einen Teil unserer kollektiven Erinnerung an die letzten paar Jahrzehnte ausmacht. Es sind zwar Weltgeschehen, die mit unserer Biografie direkt nichts zu tun haben, aber wir alle definieren die Fixpunkte unseres eigenen Lebens oftmals durch diese medialen Ereignisse. Die rechnerisch eingefärbten Bilder (ca. 30 x 50 cm) sind dezent mit schwarzer und weisser Farbe von Hand überarbeitet und erhalten neben knappen Formgebilden, die das Foto überlagern auch einen an Filmuntertitel erinnernden Text. Dieser Text löst die gleichen Wahrnehmungs- und Gedankenprozesse wie die Bildebene aus: es sind ebenfalls Ausschnitte aus dem offiziellen Agenturtext, der das Bild damals begleitet hat. Diese öffnen durch ihre Fragmentierung ein poetisches Feld und regen zu Assotiationen an. Durch die Überarbeitung der ursprunglicxhen Agenturbilder (im Computer, von Hand auf dem Foto) nimmt sie der Künstler in seinen Besitz.
Zu dieser Reihe kommt ein grossformatiges Foto, das (Politiker-) Beine einer Personengruppe zeigt.

Es erscheint ein Katalog mit einem Beitrag von Samuel Herzog.

Laurent Schmid, o.T. aus der Serie "REPROM", C-Print, 30 x 48 cm
Das shockwave-Game dazu M.X.

Die Legende lügt.

Samuel Herzog

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