| Martin Blum | |
| Ausstellung vom 22.8. 1998 - 26.9. 1998 | |
| Im Zeitalter der elektronischen Erzeugung und unbegrenzten Reproduzierbarkeit jedwelcher Bilder untersucht Martin Blum mit den Mitteln der Photographie Bedingungen und Möglichkeiten des traditionellen Tafelbildes. Von der Malerei her kommend bedient er sich der Photographie als omnipräsentem Mittel zur scheinbar objektiven Abbildung einer sich immer mehr einer sicheren Gewissheit entziehenden Wirklichkeit. Aus der heutigen Bilderflut heben sich seine Bilder heraus durch die Irritation herkömmlicher Sehgewohnheiten. Photographien geben in der Ebene Oberflächen wieder, zeigen also nur die Hüllen aller im Raum befindlichen Volumen. Durch aufgesetzte Koordinaten in Form verschiedener Versatzstücke, durch Aufwölben und Aufklappen der Oberflächen weist Martin Blum auf das in der Photographie fehlende Volumen hin, bezeichnet das Bild unter Verzicht auf jeglichen Illusionismus aber gleichzeitig als Artefakt. Diese Betonung der Künstlichkeit wiederum steigert die Intensität der Bilder. Wenn er etwa auf Spanplatten montierte Photographien von Landschaften in der Ateliersituation photographiert, entstehen Bilder von als Abbildern entlarvten Bildern. Damit betreibt er eine Strategie der Auflösung des Ortes in Analogie zur modernen Telekommunikation. Diese lässt dank Informationskanälen wie dem Internet Bilder global jederzeit abrufbar werden. Indem Martin Blum den Wirklichkeitsgehalt dislozierter Bilder und damit die grundsätzliche Frage nach dem Bild als eigener Wirklichkeit thematisiert, stellt er Grundbegriffe unseres Wirklichkeitsverständnisses zur Disposition: Kategorienpaare wie Sein und Schein, Objektivität und Subjektivität, Kunst und Natur erscheinen plötzlich obsolet. Roswitha Hohl-Schild
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Martin Blum, IM, 1996, R-Print a.A., 100 x 187 cm |
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